LinkedIn Video-Feed 2026: Was aus dem Video-Tab wurde und wie Video jetzt funktioniert


LinkedIn galt lange als konservativ und behäbig. Long-Form-Postings mit statischen Bildern (oft Selfies oder Infografiken) waren das Standardformat.
2024 kam frischer Wind: LinkedIn hat einen immersiven Video-Feed im TikTok-Stil gelauncht, abrufbar als eigener Reiter in der App. Im März 2025 kam dann die Kehrtwende. In mehreren Ländern, darunter Deutschland, hat LinkedIn den Video-Tab wieder entfernt. In diesem Artikel erfährst du, wie der Stand im Oktober 2026 ist, wo deine Videos jetzt ausgespielt werden und wie du Video organisch und als Ad trotzdem erfolgreich einsetzt.
Update Oktober 2026 auf einen Blick
Einen eigenen Video-Tab gibt es in Deutschland und Österreich aktuell nicht. LinkedIn bringt ihn seit Mai 2026 schrittweise zurück, zuerst in Großbritannien, Kanada und Australien. Für den DACH-Raum gibt es noch keinen Termin. Bei uns laufen Videos im ganz normalen Feed. Video bleibt trotzdem eines der stärksten Formate auf LinkedIn.
Was ist mit dem LinkedIn Video-Feed passiert?
Ähnlich wie bei TikTok oder Instagram konntest du im Video-Tab der mobilen LinkedIn-App kurze Videos in einer Endlosschleife konsumieren. Die Inhalte wurden dir basierend auf deinen Interessen und Interaktionen vorgeschlagen. Das ist seitdem passiert:
- 2024: LinkedIn rollt den Video-Feed als eigenen Reiter in der App aus.
- März 2025: LinkedIn kündigt an, den Video-Tab, die Video-Karussells im Feed und den Video-Feed am Desktop in einigen Ländern zu entfernen. Gyanda Sachdeva, VP Product Management bei LinkedIn, schreibt dazu: „In some countries, the video tab may temporarily be removed from your app as we test and learn what works best.“ Gleichzeitig betont LinkedIn, dass Videos weiter einen großen Teil des Feeds ausmachen und prominenter gezeigt werden sollen (Quellen: Lindsey Gamble, OnlineMarketing.de).
- 2025 bis Mai 2026: Der Video-Tab ist vorübergehend nur noch in den USA verfügbar. LinkedIn testet und überarbeitet das Format in dieser Zeit.
- Mai 2026: LinkedIn startet die Rückkehr des Video-Tabs, zuerst in Großbritannien, Kanada und Australien. Laut Lakshman Somasundaram von LinkedIn haben Nutzer:innen im Test doppelt so viel Zeit mit Videos im Tab oder Karussell verbracht und 60 % mehr Zeit pro Video (Quellen: OnlineMarketing.de, Social Media Today).
- Oktober 2026: Für Deutschland, Österreich und die Schweiz hat LinkedIn noch keinen Termin für die Rückkehr genannt.
Wo laufen deine Videos jetzt?
Ganz einfach: im normalen Feed. Deine Videos konkurrieren dort mit Text-, Bild- und Dokument-Posts um Aufmerksamkeit. Parallel zum Aus des Video-Tabs hat LinkedIn einen neuen, größeren Player für Hochformat-Videos im Feed getestet. Hochformat nimmt am Smartphone also mehr Platz ein und fällt beim Scrollen stärker auf.
Für dich heißt das: Dein Video muss im Feed sofort überzeugen. Es gibt keinen eigenen Bereich mehr, in dem Nutzer:innen gezielt nach Videos suchen und eines nach dem anderen wegwischen.
Welche Arten von LinkedIn Videos gibt es?

Live-Video:
Veranstalte ein LinkedIn Live und gehe in Echtzeit „Live“. Dafür benötigst du ein Übertragungstool wie Restream. Die Aufzeichnung kann später auf der Event-Seite nachgeschaut werden (siehe Beispiel).
Organisches Video:
Lade vorproduzierte Videoclips auf LinkedIn hoch und veröffentliche sie im Feed. Das funktioniert sowohl für persönliche als auch für Unternehmensprofile.
Paid Video / Video Ads:
Videos spielen auch im Paid-Bereich eine wichtige Rolle. Ob als klassische Video-Anzeige vom Unternehmensprofil oder als Thought-Leader-Video-Ad mit einem persönlichen Absender: Beides ist möglich und kann deine Marketingstrategie stärken.
Warum lohnen sich Videos auf LinkedIn trotzdem?
Videos waren lange das Stiefkind unter den Posting-Formaten, vermutlich weil viele LinkedIn-Nutzer:innen während der Bürozeiten ohne Ton surfen und Videos so oft an Wirkung verlieren. Das Aus des Video-Tabs heißt aber nicht, dass Video auf LinkedIn an Bedeutung verliert. Im Gegenteil:
- Video-Uploads sind 2025 drei Quartale in Folge zweistellig gewachsen, Kurzvideos wachsen bei der Erstellung doppelt so schnell wie andere Post-Formate (Social Media Today).
- Im ersten Quartal 2026 sind bezahlte Videoinhalte laut LinkedIn-CEO Daniel Shapero um fast 30 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen (Social Media Today).
- In unserem eigenen A/B-Test haben Video Ads deutlich besser performt als Single Image Ads.
Außerdem schaffen Videos im B2B-Marketing deutlich intensivere Touchpoints. Menschen sehen und hören, wer hinter einer Marke steht. Das baut Vertrauen auf, lange bevor jemand ein Formular ausfüllt.
So performen deine Videos im LinkedIn Feed
Welche Videos LinkedIn wem ausspielt, bleibt eine Black Box. Mit diesen Tipps steigerst du aber deine Chancen:
- Echte Erfahrung statt Hochglanz
LinkedIn sagt selbst: „The videos that perform best are grounded in real experience and a clear point of view.“ Teile deine Einschätzung zur Branche, erkläre Trends verständlich oder erzähl, was du aus einem Projekt gelernt hast. - Starker Hook am Anfang
Im normalen Feed scrollen Nutzer:innen schnell weiter. Starte deshalb mit einer starken Hook: Sprich ein bekanntes Problem an oder liefere direkt einen wertvollen Tipp. - Untertitel hinzufügen
Viele schauen ohne Ton. Verwende Untertitel und lockere dein Video mit Text-Einblendungen auf. Manuell erstellte Untertitel performen oft besser als die automatischen von LinkedIn. Tools wie CapCut, Adobe Express oder ZapCap können dabei helfen. - Hochformat nutzen
Die meisten schauen LinkedIn-Videos am Smartphone. Ein Video im 9:16-Format füllt dort den Bildschirm und fällt im Feed mehr auf als ein Querformat. - Kurz halten und Completion Rate maximieren
Jede Sequenz deines Videos sollte durchdacht sein. Nur so bleiben die Zuschauer:innen bis zum Ende dran, und das ist entscheidend für die Performance. - Einen Rhythmus finden, den du halten kannst
LinkedIn empfiehlt als Startpunkt zwei bis fünf Posts pro Woche, ein bis zwei davon als Video. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass du dranbleibst und die Entwicklung über mehrere Wochen betrachtest statt jeden einzelnen Post.
💡 Unser Tipp:
Bau deine Strategie nicht auf ein einzelnes Feature. Der Video-Tab ist das beste Beispiel: Wer seine Videos nur für den Tab produziert hat, stand im März 2025 plötzlich ohne Bühne da. Gute Videos funktionieren überall: im Feed, als Ad und auf anderen Plattformen.
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LinkedIn Ads mit Video
Bezahlte Videos laufen unabhängig vom Video-Tab im Feed. Dabei hast du zwei Möglichkeiten:
- Thought Leader Ad (TLA):
Nutze dein organisch gepostetes Video erneut als Thought Leader Ad. Seit Juni 2026 kannst du dafür auch das Kampagnenziel „Videoaufrufe“ verwenden. Wichtig: TLA-Videos sind keine Traffic-Treiber für die Website. Setze sie am besten in der Aufwärmphase deiner LinkedIn-Ads-Strategie ein. - Video Ad für das Unternehmensprofil:
Schalte das Video direkt vom Unternehmensprofil aus. Der Vorteil: Du kannst das Kampagnenziel auf „Videoaufrufe“ setzen. Der Fokus liegt dann auf der Wiedergaberate statt auf der Engagement-Rate.
Für Awareness-Kampagnen empfehlen wir Videoaufrufe, Engagement, Website-Besuche oder Thought Leader Ads. Das Kampagnenziel Brand Awareness empfehlen wir fast nie. Was Videoaufrufe auf LinkedIn kosten, findest du in unseren LinkedIn Ads Benchmarks.
Wichtige Spezifikationen für Videoanzeigen auf LinkedIn
Bei beiden Varianten solltest du die offiziellen Spezifikationen für Videoanzeigen beachten:
- Seitenverhältnis:
LinkedIn unterstützt 9:16, 4:5, 1:1 und 16:9. Für Mobile empfehlen wir 9:16 oder 4:5. - Dateiformat und -größe:
MP4, zwischen 75 KB und 500 MB. - Auflösung:
Breite und Höhe jeweils zwischen 360 und 1920 Pixeln. Im Hochformat 9:16 sind das bis zu 1080 x 1920 Pixel. - Dauer:
Mindestens 3 Sekunden, maximal 30 Minuten. Unsere Erfahrung: Kurze Videos halten die Aufmerksamkeit deutlich besser. - Bildrate:
LinkedIn empfiehlt 30 Bilder pro Sekunde.
Profi-Tipp:
Ein auffälliges und relevantes Miniaturbild (JPG oder PNG, max. 2 MB, im selben Seitenverhältnis wie das Video) kann die Klickrate erhöhen.
Fazit: So funktioniert Video auf LinkedIn 2026
- Kein Video-Tab in DACH: Deine Videos laufen im normalen Feed. Ob und wann der Tab zurückkommt, ist offen.
- Hook und Untertitel: Im Feed entscheiden die ersten Sekunden. Setze auf große, gut lesbare Untertitel.
- Hochformat: Produziere dein Video im 9:16-Format.
- Relevanz: Konzentriere dich auf Inhalte, die für deine Zielgruppe wirklich interessant sind, am besten aus echter Erfahrung.
- Paid: Nutze Video Ads und Thought Leader Ads mit dem Kampagnenziel Videoaufrufe statt Brand Awareness.
Unsere Empfehlung: Bleib geduldig und konsequent! Wenn der Video-Tab zu uns zurückkommt, hast du dann schon eine Bibliothek an Videos, die funktionieren.
Gibt es den LinkedIn Video-Feed noch?
In Deutschland und Österreich gibt es den eigenen Video-Tab aktuell nicht (Stand Oktober 2026). LinkedIn hat ihn im März 2025 in mehreren Ländern entfernt. Seit Mai 2026 kommt er schrittweise zurück, zuerst in Großbritannien, Kanada und Australien. Deine Videos werden bei uns im normalen Feed ausgespielt.
Kommt der Video-Tab nach Deutschland zurück?
LinkedIn bringt den Video-Tab Schritt für Schritt in weitere Märkte zurück. Für den DACH-Raum gibt es noch keinen offiziellen Termin. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Neuigkeiten gibt.
Für Mobile empfehlen wir das Hochformat 9:16, alternativ 4:5. Für Video Ads unterstützt LinkedIn 9:16, 4:5, 1:1 und 16:9 als MP4 mit 75 KB bis 500 MB und einer Länge von 3 Sekunden bis 30 Minuten.
Wenn du Reichweite und Aufmerksamkeit willst, wähle das Kampagnenziel Videoaufrufe. Für Awareness empfehlen wir außerdem Engagement, Website-Besuche und Thought Leader Ads. Brand Awareness empfehlen wir fast nie.
In unserem eigenen A/B-Test haben Video Ads deutlich besser performt als Single Image Ads. Aktuelle Kostenwerte für LinkedIn Ads findest du in unserem Artikel zu den LinkedIn Ads Benchmarks.
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