Account Based Marketing (ABM) mit LinkedIn Ads – Der komplette Guide für 2026


Account Based Marketing ist nicht einfach nur eine Targeting-Strategie auf LinkedIn. Es ist eine Einstellung. Eine Einstellung, die tiefes Verständnis für deine Zielkunden, exzellente Datenqualität und echtes Teamwork zwischen Marketing und Sales voraussetzt.
In diesem Guide zeigen wir dir die 5 Bausteine eines erfolgreichen ABM-Systems auf LinkedIn.
Warum ABM auf LinkedIn 2026 wichtiger denn je ist
LinkedIn Ads sind teuer. Besonders in Q4 2025 haben wir CPMs erlebt, die „ins Bodenlose" gehen. Genau deshalb ist maximale Relevanz so entscheidend. Du kannst dir Streuverluste schlicht nicht mehr leisten.
ABM macht besonders dann Sinn, wenn:
✅ Deine Zielgruppe teuer ist → Hohe Relevanz wird zur Pflicht
✅ Komplexe B2B-Sales-Zyklen vorliegen → Mehrere Entscheidungsträger müssen überzeugt werden
✅ Deine Zielgruppe besondere Anforderungen hat → Standard-Targeting reicht nicht aus
Ein Beispiel: Wenn du nur Unternehmen ansprechen willst, die SAP im Einsatz haben, findest du diese Information nicht in LinkedIn's Standard-Targeting. Hier brauchst du externe Daten oder eigene Listen.
ABM ist mehr als Targeting – es ist ein Prozess
Viele verwechseln ABM mit reinem Listen-Targeting. Dabei ist es ein dreiteiliger Prozess:
- Account Selection – Wen spreche ich an?
- Engagement – Wie spreche ich sie an?
- Conversion Enablement – Wie helfe ich warmen Accounts, weiterzugehen?

Die 5 Bausteine eines erfolgreichen ABM-Systems
1. Zielkunden definieren: Firmenlisten & Segmentierung
Dein Ideal Customer Profile (ICP) ist die Grundlage für alles. Definiere klare Kriterien:
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Datenquellen für deine Account Selection:
Eigene Daten:
- CRM-Daten (Kunden, Prospects, Mitbewerber)
- Sales Input & Wunschkundenlisten
- Website Insights (Sales Viewer, LeadInfo)
- Intent Daten
Externe Daten:
- LinkedIn Company Targeting
- Externe Datenbanken (Clay, Apollo)
- Sales Navigator Listen
💡 Wichtig: Auch wenn dein CRM nicht perfekt gepflegt ist – nutze vorhandene Daten als Recherche-Basis. Du kannst Listen auf LinkedIn hochladen und über Insights analysieren, um Muster zu erkennen.

2. Buyer Personas & Buying Center klar abbilden
Im B2B entscheidet nicht eine Person – es entscheidet ein Buying Center:
- Initiator – Erkennt das Problem
- Fachentscheider – Bewertet die Lösung
- Budgetentscheider – Gibt das Budget frei
- Technischer Gatekeeper – Prüft die Integration
- Nutzer – Arbeitet später mit der Lösung
Jede Persona braucht:
- Eigene Pain Points
- Eigene Value Propositions
- Eigene Tonalität (C-Level ≠ Fachabteilung)
3. Personalisierte Creatives & Messaging
Content muss extrem spezifisch sein.
❌ Zu generisch:
"Verbessern Sie Ihre Prozesse mit unserer Software. Jetzt mehr Effizienz im gesamten Unternehmen."
✅ Spezifisch:
"Fertigungsbetriebe verlieren im Schnitt 12 % Output durch manuelle Schichtplanung. So lösen es Unternehmen zwischen 200–800 MA in der Produktion."
Die Content-Pyramide für ABM:
- Spezifische Pain Points
- Use Cases pro Branche/Rolle
- Case Studies pro Account-Cluster
- ROI-Argumente für Budgetbesitzer
- Technical Deep Dives für Evaluatoren
Je individueller der Content, desto höher die Conversion.
Neu: Personalisierte Ad Copy auf LinkedIn

LinkedIn bietet jetzt personalisierte Ad Copy mit Variablen:
- %FIRSTNAME%
- %COMPANYNAME%
- %INDUSTRY%
- %JOBTITLE%
Beispiel:
"Theresa, dein Budget verpufft, bevor du Ergebnisse bei %COMPANYNAME% siehst. Hol dir den Starter Guide und starte endlich effektive Kampagnen!"
💡 Tipp: Teste dieses Feature jetzt! In einem Jahr wird es Standard sein und nicht mehr auffallen.
4. ABM-Funnel & Retargeting-Flows
Auch bei ABM brauchst du einen abgestuften Funnel – selbst bei kleinen Zielgruppen von 2.000–5.000 Nutzern.
Der klassische Ansatz:

5. Messen, Optimieren & Qualifizieren
Die wichtigsten KPIs für ABM:
LinkedIn-seitig:
- Engagement Rate – Klicks, Likes, Shares, Kommentare pro Zielaccount
- Zielgruppendurchdringung – Idealerweise >80 % mit 4–8 Sichtkontakten
- Frequenz – Wie oft wurde die Anzeige pro Nutzer gesehen?
CRM-seitig:
- Pipeline Impact – Anzahl qualifizierter Leads, Meetings, Opportunities
- Cost per Account Engagement (CpAE) – Kosten pro Interaktion bei Zielaccounts
- Deal Velocity – Zeit von Erstkontakt bis Deal-Abschluss
Tools zur ABM-Messung:
- LinkedIn Campaign Manager (Company Engagement Report!)
- CRM-Systeme (HubSpot, Salesforce)
- Externe Tools (FiBLR, ZenABM)
Der Company Engagement Report – dein bester Freund
Im LinkedIn Campaign Manager findest du unter Planen → Unternehmen den Company Engagement Report.

So nutzt du ihn:
- Filtere nach deiner Unternehmensliste (z.B. "Prospects 2026")
- Sieh, welche Accounts mit dir interagiert haben
- Filtere nach Engagements (Likes, Kommentare, Shares)
- Übergib warme Accounts an Sales
Liste hochladen: Best Practices
Unternehmenslisten vs. Kontaktlisten:
Wir empfehlen Unternehmenslisten, weil:
- Match Rate bei Kontaktlisten oft nur 10–20 %
- Match Rate bei Unternehmenslisten bis zu 90 %
Pflichtfelder:
- Unternehmensname
- Website
- (Optional, aber empfohlen: LinkedIn Unternehmensseite)
So erstellst du qualitativ hochwertige Listen:
✅ Klar definierte, homogene Liste – Nur ähnliche Accounts
✅ Mit Sales abgesprochen – Sales liefert Wunschkundenlisten
✅ Hohe Relevanz – Lieber kleine, präzise Listen als große, generische
❌ Heterogene Listen – Zu viele unterschiedliche Branchen/Größen
❌ Unseriöse Datenquelle – Gekaufte Listen ohne Qualitätsprüfung
❌ Generischer Cluster – Keine klare Zielgruppen-Definition
Die größte Schwachstelle: Sales Navigator ↔ LinkedIn Ads
Shame on LinkedIn: Es gibt keine direkte Verbindung zwischen Sales Navigator und LinkedIn Ads Account.
Unser Workaround:
- Sales erstellt Filter im Sales Navigator
- Screenshot der Filter
- Nachbau im Campaign Manager
Das ist manuell, fehleranfällig und zeitaufwendig. LinkedIn, bitte bessert nach! 🙏
Übergabe an Sales: Der entscheidende Schritt
ABM funktioniert nur mit engem Sales-Alignment.
Was du an Sales übergeben solltest:
- Warm/Hot Accounts – Accounts mit hohem Engagement
- Signals – Likes, Kommentare, Shares sind wertvolle Indikatoren
- Content-Interaktionen – Mit welchem Inhalt hat der Account interagiert?
- Handshake-Prozess – Klare Übergabe-Regeln definieren
💡 Tipp: Nutze den Company Engagement Report, um Sales gezielt Accounts mit hohen Engagements zu übergeben.
TLDR: ABM ist Fokus, nicht Reichweite
Account Based Marketing auf LinkedIn ist kein Sprint – es ist strategisches Teamwork zwischen Marketing und Sales.
Die wichtigsten Learnings:
✅ ABM ist keine Strategie, sondern eine Einstellung
✅ ABM steht und fällt mit Datenqualität
✅ Kleine Zielgruppen erfordern hochpersonalisierte Kampagnen
✅ Sequenzieller Content-Wechsel ermöglicht Funnel bei kleinen Listen
✅ Sales-Alignment ist Pflicht, kein Nice-to-have
1. Wie groß sollte meine Zielgruppe für ABM-Kampagnen mindestens sein?
Es gibt keine fixe Mindestgröße – wir haben erfolgreich mit Listen von 500 bis 50.000 Nutzern gearbeitet. Als Richtwert: 500–2.000 Nutzer für fokussierte 1:1 ABM-Kampagnen, 2.000–10.000 Nutzer für One-to-Few ABM und ab 10.000 Nutzer für One-to-Many ABM. Bei kleinen Zielgruppen unter 5.000 Nutzern arbeite mit sequenziellem Content-Wechsel statt klassischem Funnel und nutze Spotlight Ads für höhere Frequenz. Wichtiger als die Größe ist die Qualität: 1.000 perfekt passende Accounts sind wertvoller als 20.000 generische Unternehmen.
2. Brauche ich für ABM-Kampagnen zwingend externe Daten oder reichen LinkedIn-Daten?
LinkedIn-Daten reichen aus, wenn deine Zielgruppe über Branchen wie Maschinenbau oder Gesundheitswesen definierbar ist. Du brauchst externe Daten, wenn der Technologie-Stack wichtig ist, LinkedIn die Branche nicht gut abbildet oder du sehr spitze Nischen targetierst. Unser Workflow: Starte mit internen Listen aus CRM und Sales Input, lade sie auf LinkedIn hoch und prüfe die Match-Rate (meist 90 Prozent). Nutze bei Bedarf externe Daten von Clay, Apollo oder dem Sales Navigator zur Anreicherung.
ABM funktioniert anders als klassisches Performance Marketing – wenige, hochwertige Leads sind das Ziel. Die wichtigsten Metriken sind Account Engagement Rate, Zielgruppen-Durchdringung (Ziel: über 80 Prozent bei 4–8 Sichtkontakten) sowie Pipeline Impact durch generierte Opportunities. Die ROI-Berechnung: Gewonnene Deals mal Deal Value minus Werbe- und Saleskosten, geteilt durch Gesamtkosten. Beispiel: 30.000 Euro Budget, 3 Deals à 80.000 Euro, 15.000 Euro Saleskosten = 433 Prozent ROI. Tracke auch Influence – viele ABM-Deals entstehen über angewärmte Kaltakquise, nicht über Lead-Formulare.
Beides testen, aber mit unterschiedlichen Strategien. Lead Gen Forms eignen sich für TOFU und MOFU Content wie Whitepapers oder Webinare, weil sie höhere Conversion Rates erzielen und vorausgefüllte Felder haben. Landing Pages sind ideal für BOFU Content wie Demo-Anfragen, weil du mehr Kontrolle über die Lead-Qualifizierung hast. Unsere Strategie: Lead Gen Forms für weichen Content, Landing Pages für harte Conversion-Ziele. Bei ABM-Listen funktionieren Lead Gen Forms besonders gut für initiales Engagement.
Die fehlende Integration ist eine große Schwachstelle, aber es gibt Workarounds. Die einfachste Methode: Sales erstellt Filter im Sales Navigator, macht Screenshots und Marketing baut sie im Campaign Manager nach. Alternativ kannst du Listen als CSV exportieren, bereinigen und als Matched Audience hochladen. Für größere Teams bieten sich Tools wie Phantom Buster, Clay oder Apollo an. Unser Workflow: Sales erstellt Listen im Sales Navigator, exportiert sie, lädt sie im Campaign Manager hoch und kombiniert sie mit Jobbezeichnungen. Plane monatliche Abstimmungen mit Sales ein – ABM funktioniert nur mit enger Zusammenarbeit.
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